Brot ist fast so alt wie die Menschheit.

Es sei denn, es ist frisch wie Harry

Vom Mühlstein zum Kegelrundwirker

Brotgeschichte

Die Kulturgeschichte des Brotes beginnt noch vor dem Ackerbau: Der älteste Mahlstein der Welt ist ca. 27.000 Jahre alt und stammt vermutlich aus Südost-Australien. Mit ihm wurde wild wachsende Gerste zerkleinert.

11.000 v. Chr.

Wo Menschen sesshaft werden, beginnen sie auch, systematisch Getreide anzubauen: Einkorn und Emmer sind die Vorfahren des Weizens. Zunächst werden die Körner nur grob zermahlen und mit Hilfe von Wasser zu einem nahrhaften Brei verarbeitet.

5.000 v. Chr.

Der Getreidebrei wird auf heißen Steinplatten oder in Asche zu flachen Fladen gebacken. In einigen Regionen der Welt ist diese Methode bis heute verbreitet, zum Beispiel stellt man so in Südamerika flache Tortillas aus Maismehl her.

4.000 v. Chr.

Die Ägypter entdecken, dass gegorener Teig das Brot aufgehen lässt. Für die Gärung sind Milchsäurebakterien und Hefepilze verantwortlich, die über die Luft in den Teig gelangen. Die Menschen backen nun auf den heißen Steinplatten Laibbrot aus gesäuertem Teig unter umgestülpten Tontöpfen – den ersten Öfen. Man kennt schon bis zu 30 Brotsorten. Über die Israeliten gelangt die Backkunst bis nach Griechenland und von da aus ins Römische Reich.

8. - 7. Jahrhundert v. Chr.

Die Römer entwickeln steinerne Drehmühlen, um das Mehl zu mahlen und tragen die Brotbackkunst mit ihren Eroberungen bis nach Deutschland.

6. - 5. Jahrhundert v. Chr.

Weil Weizen nicht so gut in kühleren Regionen wächst, wird in Deutschland auch Roggen und Gerste zur Brotherstellung verwendet. Die damals noch zahlreichen verschiedenen Stämme und Städte entwickeln eigene Brotrezepte – ein Grund für die große Vielfalt, die man heute in Deutschland kennt.
Brot wird fast überall auf der Welt fester Bestandteil der täglichen Ernährung.

6. - 15. Jahrhundert n. Chr.

Bis Ende des Mittelalters wird in Deutschland Brot überwiegend aus Gerste gebacken. Im Bäckerhandwerk gibt es gleich vier Berufe: „Fast-“ oder „Schwarzbäcker“ für dunkles Brot, „Los-“ oder „Weißbäcker“ für helles Brot, „Pfefferkuchenbäcker“ für Lebkuchen und die „Zuckerbäcker“ – die heutigen Konditoren.
Brote aus feinem, hellem Weizen- und Dinkelmehl sind Luxus und noch jahrhundertelang dem Adel und wohlhabenden Bürgern vorbehalten. Der Rest der Bevölkerung musste sich mit grobem, schwerem, dunklem Brot begnügen.

19. Jahrhundert n. Chr. - heute

Mit der Industrialisierung ändert sich auch das Backgewerbe. Bäcker beginnen Teige maschinell zu kneten und es entstehen die ersten Großbäckereien, in denen Brotlaibe auf Fließbändern durch den Ofen fahren sowie maschinell geschnitten und verpackt werden.
Als bedeutendste Entwicklung der vergangenen 15 Jahre gilt die Entwicklung der tiefgefrorenen Backwaren, aus denen schnell, problemlos und in ausgezeichneter Qualität zu jeder Tages- und Nachtzeit frische Brötchen gebacken werden können: zu Hause, im Bahnhof, an der Tankstelle sowie in Backshops und in Supermärkten